DGH-Group: Insolvenzverwalter prüft Sanierung

Dresden, 15. Juni 2020. Der Druckguss-Spezialist „DGH-Group“ hat Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Verfahren betrifft die Gesellschaften DGH Heidenau GmbH & Co. KG, DGH Hof GmbH & Co. KG und DGH ZIT GmbH & Co. KG. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das zuständige Amtsgericht Dresden Dr. Franz-Ludwig Danko von der Kanzlei Danko Insolvenzverwaltung. Danko macht sich derzeit ein Bild der Lage und prüft die Sanierungsoptionen.

„Der Geschäftsbetrieb geht auch im vorläufigen Insolvenzverfahren weiter“, betonte Danko, der sich nach seiner Bestellung umgehend mit seinem Team ins Unternehmen begeben hat. „Alle Aufträge werden nach wie vor in gewohnter Qualität bearbeitet.“ Die Löhne und Gehälter der rund 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld gesichert.

In den nächsten Tagen und Wochen will Danko in enger Absprache mit der Geschäftsführung, Kunden und Gläubigern die die wirtschaftliche Situation und die Sanierungsmöglichkeiten analysieren. „Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten“, betonte der vorläufige Insolvenzverwalter. „Der Insolvenzgeldzeitraum verschafft uns Luft, in den nächsten Wochen die dafür zur Verfügung stehenden Optionen zu prüfen.“

Parallel dazu hat Danko bereits Kontakt zu den Kunden des Unternehmens aufgenommen, zu denen namhafte Automobilhersteller gehören. „Als einer der führenden Anbieter von Aluminium- und Magnesium-Druckgussteilen ist die DGH Group technologisch gut aufgestellt und ein wichtiger und langjähriger Partner für seine Kunden“, so der vorläufige Insolvenzverwalter. „Das sind wichtige Grundvoraussetzungen für eine Sanierung.“

Die DGH-Group entwickelt und fertigt an den Standorten Dohna/Sachsen und Hof/Bayern Fahrzeugteile aus Aluminium- und Magnesium-Druckguss. Schwerpunkt sind Struktur-, Motor- und Getriebeteile. Der Jahresumsatz betrug zuletzt rund 70 Mio. Wie viele Automotive-Unternehmen leidet die DGH-Group unter dem Absatzrückgang in der Automobilbranche, der sich zuletzt durch die Corona-Krise massiv verschärft hat. Ein Teil der Mitarbeiter befindet sich seit März in Kurzarbeit, wobei sich die Auftragslage zuletzt etwas stabilisiert hat.

Insolvenzverwalter Danko hat bereits mehrere Automobilzulieferer erfolgreich saniert, darunter das Spritzguss-Unternehmen TTB GmbH & Co. KG oder den Getriebekomponenten-Hersteller Sequatec. Die DGH-Group ist dem Insolvenzverwalter gut bekannt: Die Unternehmensgruppe hatte 2012 schon einmal Insolvenz anmelden müssen, auch damals hatte das Gericht Danko als Verwalter eingesetzt. Seinerzeit war es Danko gelungen, das Unternehmen über eine Investorenlösung zu sanieren und einen Großteil der Arbeitsplätze zu erhalten.

 

Über Danko Insolvenzverwaltung

Die Kanzlei „Danko Insolvenzverwaltung“ steht für über zwanzigjährige Erfahrung auf den Gebieten Unternehmenssanierung, Insolvenz und Arbeitsrecht. Mit einem interdisziplinären Team aus Insolvenz-, Arbeits- und Steuerrechtlern sowie Betriebswirten und Sachbearbeitern ist die Kanzlei in der Lage, auch größere Insolvenzverfahren und umfangreiche Mandate erfolgreich zu bearbeiten. Zu den namhaften Referenz-Verfahren von Kanzlei-Gründer Dr. Franz-Ludwig Danko zählen u.a. die Automobilzulieferer Druckguss Heidenau, FINOBA Automotive, Spezialguss Wetzlar und ttb Gruppe, der Seifenhersteller Kappus-Gruppe, der Flugzeugausstatter Anolis Interiors, das Klinik und Rehabilitationszentrum Lippoldsberg und die Prof. Dr. Keck Akut- und Reha-Klinik. Die Kanzlei verfügt über Standorte in Frankfurt am Main, Dresden und Kassel.

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