Großstädte steuern auf Pflegeplatzmangel zu

Köln, 6. März 2019. In vielen deutschen Großstädten und Ballungszentren droht in den nächsten Jahren eine dramatische Unterversorgung mit Pflegeplätzen. Weil die Zahlen der offiziellen Pflegestatistik dies nicht adäquat abbilden, hat die Pflegeheimmobilien-Beratung TERRANUS einen Bedarfskompass für 10 deutsche Städte und Ballungszentren entwickelt. Das Tool ermöglicht Politik, Pflegeheim-Betreibern und -Investoren verlässliche Bedarfsprognosen auf Stadt- oder sogar Bezirksebene.

„Die Pflegeheime in Deutschland laufen voll, es wird zu wenig gebaut“, sagte TERRANUS Geschäftsführer Markus Bienentreu. So hat laut der offiziellen Pflegestatistik des Statistischen Bundesamts die Zahl der stationär versorgten Menschen im Jahr 2017 bundesweit um 7,5 Prozent zugenommen, die Zahl der stationären Pflegeplätze jedoch nur um 2,5 Prozent. „Dieser Durchschnittzahl sieht man aber nicht an, wie die Situation in einzelnen Städten oder Stadtbezirken ist“, so Bienentreu. „Dort drohen in den nächsten 5 bis 20 Jahren erhebliche Versorgungsengpässe.“

Um auf Stadt- und Stadtbezirksebene zuverlässige Bedarfsprognosen zu ermöglichen, hat TERRANUS den Bedarfskompass erarbeitet. Auf Grundlage detaillierter Daten zur demografischen Bevölkerungsentwicklung, dem stationären Pflegeangebot (verfügbare Plätze, Auslastung, Ein-/Mehrbettzimmeranteil) sowie zu Versorgungsgrad und Kaufkraft lässt sich daran der zu erwartenden Bedarf an zusätzlichen Pflegeplätzen ablesen. Der TERRANUS Bedarfskompass startet mit den Städten Hamburg und Berlin und wird sukzessive die zehn größten Städte Deutschlands abdecken.

Bereits in der Großstadt Berlin zeigen sich große lokale Unterschiede: Während z.B. in Berlin Mitte mit einer Auslastung von 78,4 Prozent aktuell noch Kapazitäten vorhanden sind, läuft der Bezirk Tempelhof-Schönefeld mit 93,1 Prozent auf eine Vollauslastung zu. Mittelfristig wird sich die Situation in allen Bezirken zuspitzen. Berlin ist zwar demografisch im Durchschnitt eine junge Stadt, allerdings altert sie auch in der Alterskohorte der Über 80-Jährigen überdurchschnittlich schnell. Bei einem gleichbleibenden Versorgungsgrad von 4,84 Prozent müsste Berlin bis 2040 rund 11.500 neue Pflegeplätze schaffen. Das entspricht einem Zuwachs von knapp 36 Prozent.

Die Stadt Hamburg muss im selben Zeitraum sogar gut 40 Prozent mehr Pflegeplätze schaffen. Auch dort steigt der Anteil der Über 80-Jährigen erheblich an. Hinzu kommt, dass dort schon jetzt die Auslastung der stationären Pflegeeinrichtungen bei 92,2 Prozent liegt. Allerdings ist in Hamburg die Kaufkraft höher. In Hamburg können sich deutlich mehr Menschen eine Alternative zum Pflegeheim leisten als in Berlin.

Ausführliche Ergebnisse des Bedarfskompasses für Berlin und Hamburg sind in der aktuellen Ausgabe des TERRANUS Branchen-Monitor 2019 veröffentlicht, der unter terranus.de/pflegereport-branchenmonitor kostenlos angefordert werden kann. Dort finden sich auch weitere aktuelle Informationen und Analysen zum Markt für Pflegeimmobilien.

 

Über Terranus:

TERRANUS gehört zu den führenden Spezialmaklern und Beratungsgesellschaften für Sozialimmobilien in Deutschland. Seit über 20 Jahren berät das Unternehmen Investoren und Betreiber in allen Fragen um den wirtschaftlichen Betrieb von Sozialimmobilien.

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