Hannover: Weniger Pflegenotstand als anderswo

Köln, 24. März 2020. Die Versorgungslage mit Pflegeplätzen ist in Hannover deutlich besser als in anderen deutschen Großstädten. Dies ergab eine Auswertung der Pflegeheim-Beratung TERRANUS. Dennoch ist in den nächsten 20 Jahren ein erheblicher Zubau nötig: Um das aktuell gute Versorgungsniveau zu halten, müssen bis 2040 rund 30 neue Heime gebaut werden.

„Im Gegensatz zu vielen anderen Großstädten sind in Hannover lange Wartezeiten auf einen Pflegeplatz noch eher die Ausnahme als die Regel“, sagt TERRANUS-Geschäftsführer Markus Bienentreu. Die Auslastungsquote der Pflege-Einrichtungen liegt mit 89 Prozent ein gutes Stück unter dem Bundesdurchschnitt von 92,9 Prozent und deutlich unter Spitzenwerten wie z.B. in Köln (97,8 Prozent). Während etwa in Hamburg, München oder Köln schon jetzt eine Unterversorgung herrscht, stehen in Hannover noch knapp 700 freie Plätze zur Verfügung.

Und das, obwohl der Versorgungsgrad, d.h. der Anteil der über 65-Jährigen, der in Pflegeheimen betreut wird, dort vergleichsweise hoch ist: Mit 6,17 Prozent nimmt die Hannover beim Versorgungsgrad den Spitzenrang der bislang im TERRANUS Bedarfskompass analysierten Städte ein. München verzeichnet mit 2,9 Prozent den niedrigsten Wert, gefolgt von Köln (4,27 Prozent), Berlin (4,84 Prozent) und Hamburg (5,28 Prozent).

„Hannover hatte in den letzten Jahren weniger Verdichtungsstress als andere Großstädte und profitiert davon, dass die Bodenpreise dort in den letzten Jahren nicht so explodiert sind wie anderswo“, analysiert Bienentreu. „So konnte sich bislang dort eine gute Pflege-Infrastruktur halten.“ Das Problem sei, dass sich ab einem gewissen Preisniveau der Bau eines Pflegeheims nicht mehr rechnet. „Quadratmeterpreise von über 1.000 Euro sind im Betrieb eines Pflegeheims nicht mehr refinanzierbar“, so der Pflegeimmobilien-Experte. Anders als in Städten wie Köln, Hamburg oder München wurde diese Marke 2019 in Hannover selbst in der teuersten Gegend nicht überschritten.

Allerdings wird der Bedarf an Pflegplätzen auch in Hannover in den nächsten 20 Jahren erheblich steigen. Laut Bevölkerungsprognose des Statistischen Bundesamts wächst die Altersgruppe 65+ in Hannover bis 2040 von 103.000 auf rund 140.000. Um das derzeitige Versorgungsniveau zu halten müssten ca. 2.400 neue Pflegeplätze geschaffen, d.h. knapp über 30 neue Pflegeheime gebaut werden. Pflegeimmobilien-Experte Bienentreu hält das aber für machbar. „Schafft die Stadt die Rahmenbedingungen für Investoren und Betreiber, etwa indem sie städtisches Bauland zur Verfügung stellt, dürfte der nötige Zubau zu leisten sein.“

Die Pflegeheim-Beratung TERRANUS veröffentlicht seit Anfang 2019 den „Bedarfskompass“, ein Prognosetool zur Bestimmung des Pflegeheim-Bedarfs in deutschen Großstädten. Auf Grundlage detaillierter Daten zur demografischen Bevölkerungsentwicklung, dem stationären Pflegeangebot (verfügbare Plätze, Auslastung, Ein-/Mehrbettzimmeranteil) sowie zu Versorgungsgrad und Kaufkraft lässt sich damit der zu erwartenden Bedarf an zusätzlichen Pflegeplätzen bestimmen. Die Prognosen für die Städte Hamburg, Berlin, München, Köln und Hannover liegen bereits vor, sukzessive wird der Bedarfskompass die zehn größten Städte Deutschlands abdecken.

 

Über Terranus:

TERRANUS gehört zu den führenden Spezialmaklern und Beratungsgesellschaften für Sozialimmobilien in Deutschland. Seit über 20 Jahren berät das Unternehmen Investoren und Betreiber in allen Fragen um den wirtschaftlichen Betrieb von Sozialimmobilien.

www.terranus.de

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