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Fachklinik Waldeck: Sanierung liegt voll im Plan

Schwaan, 2. August 2021. Die Neuaufstellung der Fachklinik Waldeck in Schwaan bei Rostock kommt gut voran: Das Amtsgericht Rostock hat gestern die Eigenverwaltung auch für das eröffnete Schutzschirmverfahren bestätigt. Damit kann die unter dem „Schutzschirm“ vorbereitete Sanierung wie geplant in Eigenregie umgesetzt werden.

“Die Entscheidung des Gerichts ist ein wichtiger Vertrauensbeweis in den eingeschlagenen Sanierungskurs der Fachklinik Waldeck“, betonte Burkhard Jung, der für die Dauer des Sanierungsprozesses die Geschäftsführung übernommen hat. Die Eröffnung des Verfahrens ermöglicht nun die Umsetzung der unter dem Schutzschirm vorbereiteten Sanierung. Dabei bleibt die Geschäftsführung im Amt und steuert die Sanierung selbst (Eigenverwaltung). „Dies wird nur bewilligt, wenn das Gericht vom Konzept der Geschäftsführung überzeugt ist und die Gläubiger dadurch keinen Nachteil haben – beides ist hier der Fall“, ergänzte Jung, der Mitgründer der renommierten Sanierungsberatung „Restrukturierungspartner“ ist.

Während der vergangenen Monate wurden bereits eine Reihe wichtiger Maßnahmen umgesetzt, um die Klinik neu aufzustellen und die Folgen der Corona-Krise zu überwinden. Dadurch ist es gelungen, den Klinikbetrieb umfassend zu stabilisieren. „In einem ersten Schritt erfolgte eine Konsolidierung aller Kernbereiche der neurologischen Frührehabilitation und der anschließenden Reha-Phasen durch die räumliche und organisatorische Zusammenführung auf zunächst vier Stationen“, erläutert der Krankenhausmanager der Fachklinik Dietmar Eine. „Es ist uns kurzfristig gelungen, den Klinikbetrieb ohne Unterbrechungen fortzuführen. Und bereits heute sind diese Stationen fast voll belegt, so dass wir den nächsten Schritt zur Erweiterung um eine weitere Station planen.“ Sämtliche Leistungen der Fachklinik Waldeck, d.h. insbesondere die stationären und ambulanten Reha-Leistungen, wurden und werden wie gewohnt in vollem Umfang weiter erbracht.

Zu den während der vergangenen drei Monate ergriffenen Maßnahmen zählen weiterhin die Optimierung des Beschaffungswesens und die Erneuerung von Teilen der IT-Infrastruktur. Der Schwerpunkt lag allerdings darauf, die Fachklinik Waldeck wieder attraktiver für qualifiziertes Personal zu machen. Dazu hat die Klinik zahlreiche neue Stellen ausgeschrieben, sowohl für medizinisches Personal als auch für Pflegekräfte. „Wir wollen unseren Patienten die bestmögliche Versorgung anbieten“, so Dietmar Eine. „Dazu benötigen wir das beste ärztliche und pflegerische Personal, das wir bekommen können.“

Damit dies auch gelingen kann, hatte die Fachklinik Waldeck zu Beginn des Schutzschirmverfahrens angekündigt, die Löhne und Gehälter ihrer Mitarbeiter deutlich zu erhöhen. Vor knapp einer Woche war der Tarifabschluss mit ver.di schließlich unter Dach und Fach. Besonders das Pflegepersonal profitiert davon: Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger erhalten bereits im ersten Steigerungsschritt ab September 2021 bis zu 17,4 Prozent mehr Gehalt. Zusätzlich hat die Klinik eine Weiterbildungsgenehmigung für Innere Medizin bei der Ärztekammer beantragt, um künftig wieder Assistenzärzte ausbilden zu können. „Die Steigerung der Vergütungen war ein wichtiges Signal für die Zukunft der Klinik“, betonte Silvia Fröhlich, die Betriebsratsvorsitzende der Fachklinik. „Weitere wichtige Schritte sind die Umstrukturierung des Pflegedienstes oder die bevorstehende erstmalige Besetzung aller Stationen mit Stationssekretärinnen. Alle unsere Kolleginnen und Kollegen sind mit großem Engagement bei der Sache und stehen loyal zum Haus.“

Nächster Meilenstein im Prozess der Neuaufstellung ist die Fertigstellung des Sanierungsplans, der die konzeptionelle Grundlage für die weitere Restrukturierung bildet. Damit eng verknüpft ist der Investorenprozess, der weit fortgeschritten ist. Die letzte Verhandlungsrunde läuft. Das Interesse ist hoch: Drei potenzielle strategische Investoren sind weiterhin im Rennen. Die Verhandlungen geschehen in enger Abstimmung mit der Sachwaltung und dem Gläubigerausschuss. Nach wie vor ist beabsichtigt, die Sanierung bis Jahresende abzuschließen.

Das Schutzschirmverfahren ist das beste und erfolgreichste Sanierungsinstrument des deutschen Sanierungsrechts. Bei einer Restrukturierung über ein Schutzschirmverfahren bleibt die unternehmerische Verantwortung in den Händen der Geschäftsführung (Eigenverwaltung). Das Insolvenzrecht erlaubt dies nur in Fällen, in denen Unternehmen frühzeitig selbst tätig werden und genügend Handlungsspielraum für eine Lösung besteht. Beides ist bei der Fachklinik Waldeck der Fall. Das Unternehmen ist weder zahlungsunfähig noch bilanziell überschuldet. Bei einem Schutzschirmverfahren setzt das zuständige Amtsgericht einen sog. Sachwalter ein. Dieser überwacht – ähnlich wie ein Aufsichtsrat – das Verfahren im Interesse der Gläubiger. Als Sachwalter der Fachklinik Waldeck bestellte das Amtsgericht den bekannten Sanierungsexperten Christoph Morgen von der Kanzlei Brinkmann & Partner, der bereits als vorläufiger Sachwalter die Sanierung überwachte.

 

Pressekontakt

Christoph Möller

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