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Klinikum Friedrichshafen: Übernahme durch neuen Eigentümer AMEOS ist erfolgt

Friedrichshafen, 3, August 2026. Der Investorenprozess für das Klinikum Friedrichshafen ist abgeschlossen. Ende der vergangenen Woche hat das Land Baden-Württemberg die neue „AMEOS Krankenhausgesellschaft Friedrichshafen“ in den Krankenhausplan des Landes aufgenommen. Dies war die letzte zu erfüllende Bedingung, ehe der operative Betrieb der Klinik auf AMEOS übergehen kann. Dies ist nun zum 1. August 2026 erfolgt.

„Der Übergang des Klinikum Friedrichshafen auf den neuen Eigentümer AMEOS ist ein wichtiger Schritt zur Sicherung der Krankenhausversorgung in der Region“, betonte Klinik-Geschäftsführer Dr. Jan-Ove Faust. „Mit AMEOS hat das Klinikum nun einen neuen Betreiber, der über die nötige Erfahrung und die nötigen Ressourcen verfügt, die künftige Finanzierung des Klinikums zu sichern und den Standort auf ein langfristig tragfähiges Fundament zu stellen.“

AMEOS hat angekündigt, sämtliche medizinische Fachgebiete am Klinikum Friedrichshafen zu erhalten und auszubauen. Zudem plant AMEOS den nötigen Neubau der Klinikgebäude. Der Kreistag des Bodenseekreises hatte am 13. Mai 2026 die AMEOS-Gruppe als künftigen Träger des Klinikums Friedrichshafen ausgewählt. Kurz darauf stimmten auch die Gläubiger des Klinikums der Investorenlösung zu. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

„Die erfolgreiche Sanierung des Klinikums wäre aber nicht möglich gewesen, wenn nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während des gesamten Verfahrens mit großer Loyalität und vollem Engagement weiter ihren Job gemacht hätten“, ergänzte Klinik-Geschäftsführer Faust, der im Herbst als Geschäftsführer an die Oberschwabenklinik wechselt. „Dafür schulden wir der gesamten Belegschaft großen Dank. Ich möchte aber auch den Entscheidungsträgern der Politik danken. Diese befanden sich während der Sanierungsphase unter großem öffentlichem Druck und haben mit aller Kraft für den Erhalt des Standortes unter einem neuen Träger gekämpft.“

Allerdings hatte kein Investor Interesse bekundet, die Klinik Tettnang zu übernehmen und fortzuführen. Deshalb war die Schließung der hochdefizitären Klinik nicht zu vermeiden. „Die mehr als 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Tettnang haben bis zum Schluss an ihre Klinik geglaubt und alles gegeben“, stellte Jan-Ove Faust fest. „Umso schwerer ist uns dieser Schritt gefallen. Wir hoffen nun darauf, dass der Standort zumindest noch eine Zukunft als Zentrum in der ambulanten Versorgung mit einem neuen Träger haben kann. Dadurch könnte ein Teil der Arbeitsplätze erhalten bleiben.“

Die Klinikum Friedrichshafen GmbH hatte am 5. November 2025 eine Sanierung über ein Eigenverwaltungsverfahren eingeleitet. Der Klinikgeschäftsführung und den beauftragten Beratern gelang es, während des gesamten Verfahrens den Klinikbetrieb ohne Einschränkung fortzuführen. Allen Patienten stand weiterhin das volle medizinische und pflegerische Versorgungsangebot zur Verfügung.

Während der gesamten Sanierungsphase überwachte Dr. Rainer Eckert als Sachwalter das Verfahren im Interesse der Gläubiger. Eckert zählt zu den führenden deutschen Experten für die Sanierung von Krankenhäusern. Zusätzlich waren zwei sanierungserfahrene Generalbevollmächtigte in die Geschäftsleitung des Klinikums eingetreten, um die Geschäftsführung während des Eigenverwaltungsverfahrens zu beraten: Burkhard Jung, Partner der internationalen Unternehmensberatung Deloitte und einer der bekanntesten deutschen Sanierungsberater, sowie der bekannte Insolvenzrechtsexperte Rechtsanwalt Dr. Gerrit Heublein, der sich u.a. auf die Unterstützung von Eigenverwaltungsverfahren spezialisiert hat.

 

Christoph Möller

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