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Lingnerschloss: Gläubiger stimmen Investorenlösung zu

Dresden, 20. August 2026. Die Gläubiger des „Förderverein Lingner-Schloß e.V.“ haben auf ihrer gestrigen Versammlung dem Vergleich zwischen Insolvenzverwalter und Landeshauptstadt Dresden einstimmig zugestimmt. Dieser Vergleich war im April 2026 vor dem Oberlandesgericht (OLG) Dresden geschlossen worden. Darin hatten sich die Stadt Dresden und Insolvenzverwalter Prof. Dr. Lucas F. Flöther auf die Übertragung des Lingnerschloss-Erbaurechtes auf die Investoren Oliver Kreider und Thomas Bohn zu einem Kaufpreis in Höhe von 1,65 Mio. Euro geeinigt.

Dieser Vergleich stand für beide Seiten unter einem Gremienvorbehalt. Durch die gestrige Zustimmung der Gläubiger ist diese Bedingung auf Seiten des Insolvenzverwalters erfüllt. Nun muss nur noch der Dresdner Stadtrat entscheiden, ob er dem Vergleich zustimmt.

Sollte der Dresdner Stadtrat die Investorenlösung ablehnen, wäre der geschlossene Vergleich hinfällig und das Verfahren würde vor dem OLG fortgesetzt. Unabhängig vom Ausgang dieses Verfahrens und einer möglichen Revision vor dem Bundesgerichtshof wird die klagende Landeshauptstadt Dresden die Prozesskosten für das Verfahren alleine tragen müssen, da der Insolvenzverwalter Masseunzulänglichkeit angezeigt hat. Das bedeutet, der insolvente „Förderverein Lingner-Schloß e.V.“ ist nicht in der Lage, die Gerichtskosten zu zahlen. Das OLG hatte bereits aufgrund des erheblichen Streitwertes des Rechtsstreites angedeutet, dass die Kosten für die Stadt Dresden bis zu 2 Mio. Euro betragen könnten, also deutlich über dem Abfindungsbetrag liegen würden.

Zugleich müsste bei einer Ablehnung des Vergleichs durch den Stadtrat der Betrieb des Lingnerschlosses vermutlich vorerst eingestellt werden, da ein kostendeckender Betrieb durch den Insolvenzverwalter aller Voraussicht nach nicht möglich ist. Diese Phase des Stillstandes könnte andauern, bis das Gerichtsverfahren beendet und ein neuer Übertragungsvertrag geschlossen wurde. Angesichts der zu erwartenden Verfahrensdauer vor dem OLG und möglicherweise vor der nächsten Berufungsinstanz könnte es bis dahin mehrere Jahre dauern.

Alternativ könnte die Landeshauptstadt Dresden die Klage zurückziehen und ihrerseits die im Vergleich vereinbarten 1,65 Mio. Euro zahlen. Anschließend würde die Stadt selbst entscheiden, wie es mit dem Lingnerschloss weitergeht.

ÜBER FLÖTHER & WISSING

Flöther & Wissing gehört zu den führenden deutschen Kanzleien auf allen Gebieten des Restrukturierungs- und Insolvenzrechts. Seit über 20 Jahren bietet die Kanzlei an mittlerweile zehn Standorten branchenunabhängige und übergreifende Insolvenzverwaltung, Sachwaltung, Eigenverwaltung und Sanierungsberatung. Laut aktueller Insolvenzkanzlei-Rankings führender Fachmagazine, wie Wirtschaftswoche, FOCUS oder JUVE gehört Flöther & Wissing zu den Top-Kanzleien in Deutschland. Namenspartner Prof. Dr. Lucas Flöther ist Mitglied des Gravenbrucher Kreises, der Vereinigung der führenden Insolvenzverwalter und Sanierungsexperten Deutschlands. Bis Anfang 2023 war er acht Jahre lang Sprecher dieser Organisation.

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Christoph Möller

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