Muri b. Bern/Schweiz, 1. September 2026 – Auf der Fakuma zeigt Meraxis sein erweitertes Portfolio erstmals vor internationalem Publikum auf einer Fachmesse. Seit Anfang des Jahres fertigt der weltweit tätige Distributor eigene Compounds und bietet Materialprüfungen an: Meraxis hat das Compoundier-Werk der REHAU Gruppe in Velen (Nordrhein-Westfalen) sowie die akkreditierten Prüflabore im oberfränkischen Rehau übernommen. Mit diesen Erweiterungen und dem seit Jahren ausgebauten digitalen Angebot deckt Meraxis neben der Materialbeschaffung auch Rezepturentwicklung, normgerechte Prüfungen und Compoundierung ab.
Wenn Kunststoffverarbeiter ein Material für eine neue Anwendung suchen, benötigen sie häufig individuell entwickelte Lösungen. Zunächst wird an der Rezeptur gearbeitet, anschließend entstehen Muster, die in Versuchsreihen geprüft und dokumentiert werden. An diesen Schritten sind in der Regel mehrere Dienstleister beteiligt. „Wir bringen Rohstoffkompetenz, Materialentwicklung, Compoundierung sowie akkreditierte Material- und Bauteilprüfung zusammen und verkürzen so den Weg von der Idee zum fertigen Produkt“, sagt Dr. Dominic Tilgner, Director Advanced Materials and Applications bei Meraxis. „Welche unserer Kompetenzen Verarbeiter nutzen, entscheiden sie selbst. Wer mehrere Schritte bei Meraxis bündelt, koordiniert weniger Ansprechpartner und spart mit jeder Schnittstelle Zeit und Kosten.“
Compounds aus eigener Fertigung
Kundenindividuelle Compounds fertigt Meraxis seit Januar 2026 in seinem eigenen Werk. Die Anlage mit einer Jahreskapazität von 50.000 Tonnen produziert für Kunststoffverarbeiter aus unterschiedlichen Branchen, etwa für Anwendungen in der Automobil- und Möbelindustrie, Medizintechnik und für Haushaltsgeräte. Das PP-Portfolio umfasst mineral- und glasfaserverstärkte, elastomermodifizierte und flammgeschützte Typen. Füllstoffe wie Talkum, Kreide, Glaskugeln oder Glasfaser lassen sich bis zu einem Füllgrad von 70 Prozent kombinieren. Bei Weich-PVC stehen Compounds mit Shore-Härten von A 45 bis 98 und D bis 50 zur Wahl, etwa glasklar, kälteflexibel, flammgeschützt oder treibmittelhaltig. Ergänzt wird das Angebot durch TPEs, ABS, SAN, ASA, PA, PS, PC, PMMA, HDPE, LDPE und PP/PA-Blends. Das Werk verarbeitet sowohl PIR- als auch PCR-Rezyklate, je nach Bedarf mit bis zu 100 Prozent Rezyklat bezogen auf den Polymeranteil und auf Wunsch emissionsoptimiert.
Umfassende Prüfmethoden und anerkannte Standards
Bevor ein Produkt mit neuem Material in die Serie geht, sind entsprechende Prüfungen fällig, deren Anforderungen steigen: Immer mehr Abnehmer, etwa Automobilhersteller, verlangen Nachweise nach eigenen Werksnormen. In der Verpackungsbranche schreiben gesetzliche Rezyklatquoten zunehmend die Umstellung auf recycelte Werkstoffe vor. Da deren Materialdaten stärker schwanken, steigt auch hier der Nachweisaufwand. Der Laborverbund von Meraxis bietet mehr als 500 Prüfverfahren an, darunter 64 akkreditierte Methoden nach DIN EN ISO/IEC 17025:2018. Auf 1.250 Quadratmetern Laborfläche reicht das Spektrum von chemischer Analytik über physikalisch-mechanische Prüfungen und Bewitterungs- sowie Klimaprüfungen bis zu Mikroskopie und Oberflächencharakterisierung. Qualifizieren lassen sich Kunststoffe, Compounds, Komposite, Rezyklate und beschichtete Bauteile.
Digitale Werkzeuge entlang der Wertschöpfungskette
Auf der Fakuma ist neben dem Meraxis-Team auch das Deep-Tech-Unternehmen Polymerize am Stand vertreten: Über dieses erhalten Meraxis-Kund:innen und Partner:innen Zugang zu einer Materialinformatik-Plattform. Die KI-gestützte Lösung wertet Versuchs- und Produktionsdaten aus, erkennt Zusammenhänge zwischen Formulierungen und Eigenschaften und schlägt Rezepturen sowie Prozessparameter vor. Mit der Software können Rezepturen schneller entwickelt und Entwicklungskosten eingespart werden. Der Ressourcenaufwand sinkt und Produkte erreichen die Marktreife schneller.
Sein digitales Angebot baut Meraxis seit Jahren aus. Das eigene Kundenportal bündelt zum Beispiel Bestell- und Lieferinformationen, liefert CO₂-Footprint-Reports für Materialien und Transporte und schlägt CO₂-ärmere Rezyklat-Alternativen vor. Mit „Track & Trace“ lassen sich Lieferungen zudem jederzeit in Echtzeit verfolgen, um die Supply Chain transparent zu halten.
Fakuma in Friedrichshafen
12. bis 16. Oktober 2026 – Halle A6 / Stand 6323
Über die Meraxis Group
Die Meraxis Group ist ein führender Kunststoffdistributor mit rund 30 Standorten weltweit. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Muri bei Bern (Schweiz) erwirtschaftet einen Jahresumsatz von über 1 Milliarde Euro. Meraxis vertreibt vor allem Prime- und Standardpolymere, technische Thermoplaste (ETPs), Compounds, Masterbatches sowie recycelte, biobasierte und biologisch abbaubare Materialien. Durch sein internationales Partnernetzwerk mit etablierten Polymerherstellern und -entwicklern sichert das Unternehmen verlässlich ein breites Materialangebot. Seit 2023 ergänzt Fournier Polymers die Meraxis Group und erweitert insbesondere das Angebot an technischen Polymeren in Westeuropa und Nordafrika. Zudem entwickelt und produziert Meraxis im eigenen Compoundierwerk in Velen (Deutschland) kundenspezifische Compounds.
Ergänzt wird das Angebot durch ein breites Dienstleistungsportfolio. Unter anderem verfügt Meraxis über akkreditierte Prüflabore, die Materialanalysen und Bauteilprüfungen nach international anerkannten Standards durchführen. Darüber hinaus unterstützt Meraxis Unternehmen im Supply-Chain-Management und mit digitalen Lösungen – etwa zur Transparenz von Lieferketten oder zur Erfassung von CO₂-Daten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf nachhaltigen Werkstoffen und der Förderung der Kreislaufwirtschaft. Ziel ist es, Rezyklatanteile zu erhöhen, Emissionen zu reduzieren und Materialien ressourcenschonend einzusetzen.
So erhalten Kund:innen Polymere und polymerbezogene Leistungen aus einer Hand. Meraxis ist Teil der REHAU-Gruppe und blickt damit auf mehr als sechzig Jahre Erfahrung in der polymerverarbeitenden Industrie zurück.
Web: https://www.Meraxis-group.com/
LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/Meraxis-group/
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