Die Insolvenzverwalter der deutschen Meyer Burger-Gesellschaften haben wesentliche Vermögenswerte der Unternehmen an einen internationalen Investor veräußert. Der Verkauf umfasst zum einen die große Solarzellen-Produktionsstraße bei „Meyer Burger (Industries) GmbH“ in Bitterfeld-Wolfen. Zum anderen hat der Investor eine neuartige Solarzellen-Fertigungsanlage erworben, die bei „Meyer Burger (Germany) GmbH“ in Hohenstein-Ernstthal entwickelt wurde. Zusätzlich hat der Investor eine Reihe von Schutzrechten erworben.
Der Investor ist die „Swift Solar Inc.“, ein US-amerikanisches Solar-Unternehmen. Swift Solar wurde im Jahr 2017 gegründet und ist einer der US-Marktführer in der Perowskit-Silizium-Tandemtechnologie, mit der sich Solarmodule mit besonders hohem Wirkungsgrad produzieren lassen. Die Gründer von Swift Solar kommen aus renommierten US-Universitäten wie beispielsweise Stanford oder MIT. Das US-Nachrichtenmagazin TIME hat Swift Solar als eines der Top GreenTech-Unternehmen in Amerika ausgezeichnet. Die Gläubigerausschüsse hatten dem Verkauf im Vorfeld zugestimmt. Der Kaufvertrag ist bereits vollzogen. Über die Kaufpreise und Details der Verträge wurde Stillschweigen vereinbart.
Die deutschen Meyer Burger-Gesellschaften hatten Mitte vergangenen Jahres Insolvenzantrag gestellt. Als (vorläufigen) Insolvenzverwalter des Technologie-Standortes „Meyer Burger (Germany) GmbH“ in Hohenstein-Ernstthal (bei Chemnitz) bestellte das zuständige Gericht Prof. Dr. Lucas F. Flöther, Namens-Partner der Kanzlei Flöther & Wissing und einer der renommiertesten deutschen Insolvenzverwalter. Als (vorläufiger) Insolvenzverwalter der Solarzellen-Produktion „Meyer Burger (Industries) GmbH“ (Bitterfeld-Wolfen und Hohenstein-Ernstthal) wurde Reinhard Klose eingesetzt, Partner bei Flöther & Wissing und Leiter der Chemnitzer Kanzlei-Niederlassung.
Von Anfang an war klar, dass ohne einen oder mehrere Investoren ein Erhalt der deutschen Meyer Burger-Standorte nicht möglich sein würde. Flöther und Klose hatten deshalb unverzüglich damit begonnen, weltweit nach passenden Käufern zu suchen, um die Fortführung der Geschäftsbetriebe zu ermöglichen. Tatsächlich zeigte sich zunächst eine ganze Reihe internationaler Investoren an einer Übernahme interessiert. In monatelangen Verhandlungen kämpften die beiden Insolvenzverwalter um eine Lösung. Allerdings zeigte sich, dass keine Investorenlösung möglich war, die eine vollständige Fortführung beider deutschen Standorte ermöglicht hätte. Schließlich gelang es jedoch, mit Swift Solar einen namhaften Käufer für die beiden Anlagen zu finden, der auf Grundlage der Meyer Burger-Technologie die nächste Generation der Solartechnologie aufbauen könnte.
„Mit dem Verkauf der Produktionsstraße in Bitterfeld-Wolfen ist es gelungen, diese wertvolle Anlage als Ganzes zu erhalten“, betonte Reinhard Klose, der Insolvenzverwalter der Meyer Burger (Industries) GmbH, nach der Unterzeichnung des Kaufvertrages. „Schließlich handelt es sich um eine der weltweit modernsten und leistungsfähigsten Fertigungsanlagen für Solarzellen.“
Professor Dr. Lucas F. Flöther, Insolvenzverwalter der Meyer Burger (Germany) GmbH, ergänzte: „Der Verkauf der beiden Anlagen an einen westlichen Technologiekonzern stellt sicher, dass diese moderne Technologie erhalten und weiterentwickelt werden kann. Der internationale Markt für Solarmodule braucht innovative Player, ohne die Wettbewerb nicht funktioniert.“
Bei der an Swift Solar veräußerten Anlage bei Meyer Burger (Industries) in Bitterfeld-Wolfen handelt es sich um eine Solarzellen-Produktionsstraße mit einer Produktionskapazität im Gigawatt-Bereich. Die zweite an Swift Solar verkaufte, neuartige Solarzellen-Fertigungsanlage wurde bei Meyer Burger (Germany) in Hohenstein-Ernstthal entwickelt und verfügt über die gleiche Produktionskapazität. Bei den von Swift Solar erworbenen Schutzrechten handelt es sich um ein globales Patentportfolio, das für die Herstellung weiterer Produktionssysteme dieser beiden Typen erforderlich ist.
Meyer Burger und die Insolvenzverwalter wurden bei der Transaktion von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beraten. Ein Team um Michael Königer und Dominik Ziems hat den M&A-Prozess erfolgreich als Financial Advisor begleitet.
Über Flöther & Wissing
Flöther & Wissing gehört zu den führenden deutschen Kanzleien auf allen Gebieten des Restrukturierungs- und Insolvenzrechts. Seit über 20 Jahren bietet die Kanzlei an mittlerweile zehn Standorten branchenunabhängige und übergreifende Insolvenzverwaltung, Sachwaltung, Eigenverwaltung und Sanierungsberatung. Laut aktueller Insolvenzkanzlei-Rankings führender Fachmagazine, wie Wirtschaftswoche, FOCUS oder JUVE gehört Flöther & Wissing zu den Top-Kanzleien in Deutschland. Namenspartner Prof. Dr. Lucas Flöther ist Mitglied des Gravenbrucher Kreises, der Vereinigung der führenden Insolvenzverwalter und Sanierungsexperten Deutschlands. Bis Anfang 2023 war er acht Jahre lang Sprecher dieser Organisation.
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