Köln, 16. April 2026. Der Ausbau der sozialen Infrastruktur in Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Steigende Bedarfe bei Pflege, Bildung und bezahlbarem Wohnen treffen auf begrenzte öffentliche Mittel, komplexe Genehmigungsverfahren und hohe Anforderungen an Planung und Umsetzung. Beim „Tag der Gesundheits- und Sozialimmobilie“ des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss diskutierten heute rund 250 Vertreter aus Gesundheits- und Wohnungswirtschaft, Kommunen sowie Politik über Lösungsansätze.
„Was wir bei Schulen und Kitas beobachten, sehen wir genauso in der Pflege und in anderen Bereichen der sozialen Infrastruktur: Der Bedarf und die Anforderungen steigen, aber die Umsetzung kommt nicht hinterher“, sagte Carsten Brinkmann, Aufsichtsrat der Sozialimmobilienberatung TERRANUS und Vorsitzender des ZIA-Ausschusses Gesundheits- und Sozialimmobilien.
Im Zentrum der Veranstaltung stand die Frage, wie Kommunen ihre gesetzlichen Verpflichtungen beim Ausbau sozialer Infrastruktur künftig erfüllen können – und welche Modelle sich in der Praxis bewähren. Das Branchentreffen wurde von der ZIA-Präsidentin Iris Schöberl und dem Ausschussvorsitzenden Carsten Brinkmann heute in Berlin eröffnet.
Zusammenarbeit als zentraler Hebel
Die Herausforderungen sind seit Jahren bekannt: Steigender Bedarf bei Pflege, bezahlbarem Wohnen, Schulen und Kitas trifft auf finanziell und organisatorisch stark geforderte Kommunen.
„Die entscheidende Frage ist, wie wir unter diesen Umständen Planung, Finanzierung und Umsetzung besser zusammenbringen“, so Brinkmann. „Die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren eröffnet hier neue Möglichkeiten. Dazu müssen aber Vorbehalte abgebaut und Vertrauen gestärkt werden.“
Rolle privater Partner wird kontrovers diskutiert
Während in anderen europäischen Ländern entsprechende Modelle verbreitet sind, wird der Einsatz privaten Kapitals in Deutschland im Zusammenhang mit sozialer Infrastruktur häufig kontrovers diskutiert. „Es geht nicht um ein Entweder -oder, sondern darum, wie öffentliche und private Akteure ihre jeweiligen Stärken besser verbinden können“, betonte Brinkmann. „Angesichts des hohen Investitionsbedarfs wird privates Kapital eine wichtige Rolle spielen müssen. Entscheidend ist, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen und Vertrauen in funktionierende Modelle zu stärken.“
Als Beispiel nannte Brinkmann regulierte Infrastrukturfonds in Skandinavien, die in Seniorenwohnen, Pflegeeinrichtungen oder Schulen investieren. Diese Modelle verbinden
langfristige Finanzierung mit stabilen Strukturen und können Impulse für die Diskussion in Deutschland geben.
Neben strukturellen Herausforderungen wurden von den Teilnehmern auch konkrete Lösungswege diskutiert – etwa neue Kooperationsmodelle, serielle Bauweisen oder integrierte Quartierskonzepte.
Der „Tag der Gesundheits- und Sozialimmobilien“ findet jährlich statt und gilt als eines der wichtigsten Branchentreffen für Akteure aus Immobilienwirtschaft, Politik und Gesundheitswesen.
Über Terranus:
TERRANUS gehört zu den führenden Immobilien- und Betriebsberatern im Gesundheitswesen in Deutschland. Seit über 25 Jahren berät das Unternehmen Investoren und Betreiber in allen Fragen um den wirtschaftlichen Betrieb von Gesundheitsimmobilien.
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