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KI-Slop auf LinkedIn: Wann wird ein Beitrag zum Spam?

LinkedIn-Posts zu erstellen ist so herrlich einfach. Sie definieren Ihre Themen, legen einen Prompt an und in Nullkommanichts hat die KI Ihre Postings ausgespuckt. Viel Content also mit wenig Mühe. Neuerdings in vielen Fällen aber auch mit weniger Reichweite: Denn LinkedIn möchte diese Praxis eindämmen.

LinkedIn Nutzende können KI-generierte Beiträge melden

Seit dem 30. Juli ist es möglich, Beiträge als möglichen „KI-Slop“ zu melden. KI-Slop bedeutet so viel wie massenhaft produzierter, minderwertiger KI-generierter Content. Praktisch geschieht das über das Drei-Punkte-Menü neben jedem Beitrag („scheint KI-Slop zu sein“). Ein Klick darauf trägt dazu bei, die Erkennungsmechanismen von LinkedIn für KI-Slop zu trainieren und zu verbessern. Außerdem verschwindet der Beitrag von Ihrer persönlichen Startseite. Häufen sich bei einem Kanal die Meldungen, erhält der Betreiber einen Hinweis in seinen Post-Analysen. Die Meldung ist übrigens anonym: Der Autor erfährt nicht, wer seinen Beitrag als KI-Slop markiert hat.

Bis zu 40 Prozent weniger Reichweite

Eine Einstufung von Postings als KI-Slop hat Konsequenzen: LinkedIn-Chef Hari Srinivasan berichtet auf seinem Kanal, dass als KI-Slop erkannte Inhalte bis zu 40 Prozent weniger Reichweite bekommen. Sie werden also deutlich weniger angezeigt und erhalten weniger Aufrufe.

Seit der Einführung der neuen Funktion haben bereits über eine Million LinkedIn-Nutzende auf den Button geklickt. Es gibt also eine beträchtliche Zahl von Usern, die offenbar genervt sind von KI-Slop. Wie weit verbreitet KI-generierte Inhalte auf LinkedIn sind, hat auch die Datenanalysefirma Pangram untersucht. Deren Analyse von mehr als einer Million Social-Media-Posts ergab: Rund 30 Prozent der kurzen Beiträge mit 50-250 Wörtern sind KI-generiert. Bei längeren Posts (über 250 Wörter) sind es sogar 41 Prozent.

Wer entscheidet eigentlich, was KI-Slop ist?

Allerdings: KI-generiert ist nicht gleich KI-Slop. Und wer entscheidet das überhaupt? Ein algorithmischer KI-Detektor kann sich irren. Die Menschen, die auf „scheint KI-Slop zu sein“ klicken, auch. Einen zweifelsfreien Nachweis von KI-generiertem Content gibt es nicht. Die Zahlen können deshalb nur Anhaltspunkte geben und sind nicht repräsentativ. Hinzu kommt noch ein weiterer und nicht unproblematischer Aspekt: Die Meldefunktion ist eine neue Form der sozialen Bewertung. Ähnlich wie bei einer Google-Bewertung kann ich den Button auch einfach klicken, wenn ich den Verfasser nicht mag oder seinem Kanal schaden will.

Möglichst authentisch und konkret

Was aber bedeutet das für alle, die auf ihrem LinkedIn-Kanal Beiträge posten? Natürlich kann KI beim Texten helfen. Claude, ChatGPT oder Gemini sind exzellente Sparringspartner zur Ideenfindung oder auch zur Überarbeitung und Strukturierung von Texten. Damit ein Posting gut, also relevant und lesenswert für die Zielgruppe ist, braucht es aber in der Regel eine eigene Perspektive, eine originelle Idee oder authentische Inhalte. Und die müssen in der Regel von Menschen kommen.

Wie mache ich also einen Beitrag so individuell, dass es gar nicht ausschlaggebend ist, ob KI vielleicht beim Schreiben geholfen hat? Zum Beispiel durch eigene Erfahrungen, reale Situationen und konkrete Beispiele aus dem Arbeitsalltag. Was hat ein/e Kunde/Kundin überraschend gesagt? Was hat im Projekt nicht funktioniert? Welche Entscheidung wurde getroffen und warum? Solche Themen und Inhalte machen Beiträge glaubwürdig, greifbar und vor allem authentisch.

Denn letztendlich wollen wir als User dasselbe wie die LinkedIn-Verantwortlichen: Uns auf der Plattform mit Menschen austauschen, nicht mit Maschinen.

Nora Skade

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